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Pflegesachleistungen (Pflegedienst) nach § 36 SGB XI

Pflegesachleistungen erhalten Sie, wenn für die Versorgung der pflegebedürftigen Person die Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes in Anspruch genommen wird. Überschreiten die Kosten für die Leistungen des Pflegedienstes den Höchstbetrag der Sachleistungen, müssen Sie den Restbetrag privat finanzieren.


Pflegestufe Pflegegrad 2016 2017 2018
neu Pflegegrad 1 125 € 125 €
Pflegestufe I Pflegegrad 2 468 € 689 € 689 €
Pflegestufe II Pflegegrad 3 1144 € 1298 € 1298 €
Pflegestufe III Pflegegrad 4 1612 € 1612 € 1612 €
Härtefall Pflegegrad 5 1995 € 1995 € 1995 €
Pflegestufe 0 (mit Demenz) Pflegegrad 2 231 € 689 € 689 €
Pflegestufe I (mit Demenz) Pflegegrad 3 689 € 1298 € 1298 €
Pflegestufe II (mit Demenz) Pflegegrad 4 1298 € 1612 € 1612 €
Pflegestufe III (mit Demenz) Pflegegrad 5 1612 € 1995 € 1995 €
Härtefall Pflegegrad 5 1995 € 1995 € 1995 €

Pflegegeld (z.B. Angehörige) nach § 37 SGB XI

Je nach Pflegegrad erhalten Sie einen festgelegten Geldbetrag von der Pflegekasse und müssen hiermit Ihre Pflege selbst organisieren. Pflegegeld kann z. B. in Anspruch genommen werden, wenn Sie ausschließlich von Ihren Angehörigen gepflegt werden.


Pflegestufe Pflegegrad 2016 2017 2018
neu Pflegegrad 1 Anspruch Beratungsbesuche halbjährig Anspruch Beratung
sbesuche halbjährig
Pflegestufe I Pflegegrad 2 244 € 316 € 316 €
Pflegestufe II Pflegegrad 3 458 € 545 € 545 €
Pflegestufe III Pflegegrad 4 728 € 728 € 728 €
Härtefall Pflegegrad 5 901 € 901 €
Pflegestufe 0 (mit Demenz) Pflegegrad 2 123 € 316 € 316 €
Pflegestufe I (mit Demenz) Pflegegrad 3 316 € 545 € 545 €
Pflegestufe II (mit Demenz) Pflegegrad 4 545 € 728 € 728 €
Pflegestufe III (mit Demenz) Pflegegrad 5 728 € 901 € 901 €
Härtefall Pflegegrad 5 728 € 901 € 901 €

Kombinationsleistung nach § 38 SGB IX

Hierunter wird eine Kombination aus Geld- und Sachleistung verstanden. Sie steht Ihnen zu, wenn Sie die Leistungen eines Pflegedienstes in Anspruch nehmen, ohne den Ihnen zur Verfügung stehenden Betrag an Sachleistungen voll auszuschöpfen. Der Restbetrag wird Ihnen dann anteilig als Pflegegeld ausgezahlt.

Berechnungsbeispiel von Kombinationsleistungen für Pflegegrad 3:

Bei Pflegegrad 3 stehen dem Pflegebedürftigen monatlich Pflegesachleistungen bis zu 1298 Euro oder ein monatliches Pflegegeld in Höhe von 545 Euro zu. Hat die Pflegekasse z. B. für den Einsatz eines Pflegedienstes Pflegesachleistungen von 908,60 Euro bezahlt, so wird das anteilige Pflegegeld folgendermaßen berechnet:

908,60 Euro entsprechen 70 % von 1298 Euro. Der Anspruch auf das anteilige Pflegegeld reduziert sich somit auf 30 % der möglichen 545 Euro. Folglich zahlt die Pflegeversicherung noch 163,50 Euro. Kann der Umfang der Pflegesachleistung nicht im Voraus bestimmt werden, so rechnet die Pflegeversicherung zuerst die Pflegesachleistung ab. Das anteilige Pflegegeld wird dann anschließend berechnet und ausgezahlt, um nachträgliche Korrekturen zu vermeiden.

Verhinderungspflege nach § 39 SGB XI

Ist die Person, die einen Pflegebedürftigen zu Hause versorgt, z. B. durch Krankheit oder Urlaub verhindert, übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten für den notwendigen Ersatz durch einen Pflegedienst oder eine andere Person. Voraussetzung für die Kostenübernahme bei Verhinderungspflege ist, dass die Pflegeperson mindestens seit 6 Monaten den Pflegebedürftigen zu Hause versorgt, und zwar mindestens 10 Stunden pro Woche. Der Anspruch auf Verhinderungspflege besteht für maximal 6 Wochen pro Jahr. Erstattet werden Kosten bis zu 1612 Euro pro Jahr. In der Zeit der Verhinderungspflege wird das Pflegegeld für maximal 6 Wochen hälftig weitergezahlt. Die ersatzweise Pflege kann von einem ambulanten Pflegedienst erbracht werden, aber auch von einer privaten Person. Diese Pflegeperson darf mit dem Pflegebedürftigen jedoch nicht bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert sein oder im selben Haushalt leben. Verhinderungspflege kann auch stundenweise bei einem Pflegedienst in Anspruch genommen werden, wenn die Pflegeperson z. B. kurzzeitig für Erledigungen verhindert ist. Zusätzlich kann bis zu 50 % des für Kurzzeitpflege zur Verfügung stehenden Betrages (also bis zu 806 Euro) für die Verhinderungspflege genutzt werden. Zu beachten ist, dass Personen mit dem Pflegegrad 1 keinen Anspruch auf Leistungen der Verhinderungspflege haben.

Betreuungs- und Entlastungsleistungen nach § 45 b SGB XI

Auf diese Leistung hat jede pflegebedürftige Person unabhängig vom Pflegegrad Anspruch. Die Pflegekasse gewährt hierfür einen einheitlichen Betrag von 125 Euro.

Was ist der Entlastungsbetrag? Darunter fallen alle Leistungen, die der sozialen Betreuung der pflegebedürftigen Menschen dienen bzw. deren Angehörige entlasten. Dazu gehören beispielweise auch Leistungen zur Unterstützung im Haushalt. Wenn Sie einen Pflegegrad 1 haben, können Sie den Betrag sogar nutzen, um damit körperbezogene Pflegemaßnahmen (Grundpflege) in Anspruch nehmen. Der Entlastungsbetrag kann zusätzlich zum Pflegegeld beansprucht werden. Die Inanspruchnahme hat für Pflegebedürftige Menschen also keine Nachteile, sondern nur Vorteile.

Was muss man tun um den Entlastungsbetrag zu bekommen? Der neue Entlastungsbetrag ist keine „Geldleistung“, d.h., Sie können sich das Geld nicht einfach zusätzlich zum Pflegegeld auszahlen lassen. Stattdessen haben Sie einen Kostenerstattungsanspruch, das heißt: Nur derjenige der einen professionellen Anbieter, z.B. einen Pflegedienst, mit der Erbringung der Leistungen beauftragt, kann sich diese Leistungen von seiner Pflegekasse in einem Umfang von bis zu 125 Euro pro Monat erstatten lassen.

Zusätzliche Leistungen für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen nach § 38 a SGB XI

Pflegebedürftige, die zusammen in einer ambulant betreuten Wohngruppe leben, können einen Wohngruppenzuschlag in Höhe von 214 Euro pro Person und Monat von der Pflegekasse erhalten. Voraussetzung ist, dass die Wohngruppe aus mindestens drei pflegebedürftigen Personen besteht.

Leistungen zur Wohnungsanpassung und für Pflegehilfsmittel
nach § 40 SGB XI

Jede pflegebedürftige Person hat Anspruch auf einen Zuschuss zur Wohnungsanpassung, wenn dadurch die selbstständige Lebensführung oder die Versorgung erleichtert oder überhaupt erst möglich wird. Die Notwendigkeit der Maßnahmen wird vom MDK geprüft. Hierfür muss zuvor ein Antrag gestellt werden. Die Höhe des Zuschusses hängt von den Gesamtkosten der Wohnungsanpassung ab. Pro Maßnahme wird ein Höchstbetrag von 4000 Euro gewährt. Maßnahmen zur Wohnungsanpassung können z. B. sein: Ein- und Umbau von Mobiliar, Türverbreiterung, Einbau eines Treppenlifts.

Neben der Wohnungsanpassung kommt die Pflegekasse ebenfalls für Pflegeverbrauchsmittel wie Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel auf. Versicherten stehen 40 Euro pro Monat für Pflegeverbrauchsmittel zur Verfügung.

Auch technische Pflegehilfsmittel wie Pflegebetten oder Hausnotrufgeräte können bei der Pflegekasse beantragt werden und werden von dieser verliehen oder anteilig mitfinanziert.

Hinweis für Pflegebedürftige in Pflegegrad 1

Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 können für die Finanzierung von Pflegesachleistungen, der teilstationären Pflege und der Kurzzeitpflege den sogenannten Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat nutzen. Monatlich nicht verbrauchte Beträge können innerhalb eines Kalenderjahres angespart und bis zum 30. Juni des Folgejahres verbraucht werden.Darüber hinaus wurde mit dem dritten Pflegestärkungsgesetz eine erweiterte Regelung eingeführt: Pflegebedürftige können nicht verbrauchte Ansprüche aus Betreuungs- und Entlastungsleistungen aus den Jahren 2015 und 2016 bis 31. Dezember 2018 verwenden.